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Camping 2004

 

Das Zelt, das Meer, Paula und der große Hundini (19.06. - 26.06.2004)

 
Urlaub ist klasse. Besonders, wenn es ans Meer geht. Das war im Winter schon so, aber jetzt im Sommer war das noch besser. Gut, die Autofahrt ist nach wie vor sehr langweilig. Die ganze Zeit still sitzen macht auch beim besten Willen keinen Spaß. Aber irgendwie merkte ich schon am Morgen, als wir losfuhren, dass es eine tolle Woche wird. Deswegen habe ich mich auch bemüht nicht allzu viel während der Fahrt zu quengeln. Froh war ich trotzdem immer, wenn wir eine Pause machten. Als wir endlich ankamen gingen wir zu-erst in die Anmeldung. Anschließend stiegen wir alle wieder ins Auto und fuhren auf den uns zugewiesenen Stellplatz, einer großen, durch Hecken begrenzten Wiese, auf der einige große, eckige Plastikbüchsen auf Rädern standen. Ich glaube die Dinger heißen Wohnwagen oder so. Frauchen und Herrchen machten sich auch sofort daran aus dem Anhänger, den wir während der Fahrt hinter uns hergezogen haben, einen großen und einen kleinen Sack heraus zu wuchten. Aus dem großen holten sie ein riesiges Stoffteil und aus dem kleinen lauter Metallstöckchen, die ineinander gesteckt wurden. Eine Zeitlang liefen beide immer wieder um das Teil herum. Dann wurden einige von diesen zusammengesteckten Stöckchen hineingestellt.
 

Das Teil wurde immer größer. Mittlerweile konnte man schon hinein gehen. Es sah zwar noch etwas schlapp aus, dass änderte sich aber schnell. Während Frauchen schon damit begann das Gepäck aus dem Auto und dem Hänger in diese seltsame Falthütte zu tragen, war Herrchen noch damit beschäftigt die Außenwände mit irgendwelchen Fischen zu spannen. Warum man dafür ausgerechnet Heringe nimmt und keine Forellen oder so weiß ich bis heute nicht. Ist vielleicht abhängig von der Größe. Bei kleinen Iglus nimmt man wahrscheinlich Sprotten. Das kann mir aber auch egal sein. Nach einer guten halben Stunde waren die beiden endlich fertig.

 
Das ist also ein Zelt und darin machen wir jetzt Urlaub. Hmm, Platz ist ja genug, aber ob das auch dicht ist, wenn es regnet? Ich musste mir das ganze mal genau beschnüffeln. Während des Aufbaus war ich leider mit einer langen Leine an den Anhänger gebunden. Jetzt konnte ich zum ersten Mal in das Zelt. Meine Hundedecke lag auch schon im hinteren Teil, gleich neben dem aufblasbaren Bett von Frauchen und Herrschen. Klasse, die zwei schlafen auch auf dem Boden. Alle zusammen auf Schnüffelhöhe. Ich glaube Camping macht mir Spaß.

 

 

Nach einer Tasse Kaffee für Frauchen und Herrchen und einer Portion Happy Dog für mich fuhren wir ans Meer. Das gleiche Meer wie im Winter nur waren diesmal die Temperaturen angenehmer. Kaum waren wir am Strand musste ich mich erst mal austoben. Über den Sand rennen, die frische Seeluft schnüffeln, Frauchen oder Herrchen angeschwemmten Stöcken vor die Füße legen und im Wasser die Wellen um die Pfoten spülen lassen, war nach der Fahrt genau das richtige. Überhaupt im Meer baden ist einfach das Größte. Im Winter habe ich mich nicht richtig getraut, da war ich aber auch noch klein. Außerdem war es viel zu kalt. Aber jetzt. Ich konnte nicht anders. Immer wieder musste ich ins Wasser. Frauchen und Herrchen hatten auch nichts dagegen. Die haben immer wieder Stöckchen ins Meer geworfen, die ich dann herausholte. Irgendwann waren die beiden dann der Meinung ich müsste mich ein wenig trocken laufen. Den mitgebrachten Tennisball, dem ich so gut wie nie widerstehen kann, warfen sie dann zum Apportieren über den Strand. Mit Rückenwind, und der Wind war an dem Tag recht stark, fliegt so ein Ball sehr weit. Ich musste ganz ordentlich rennen. Aber es hat Spaß gemacht. Zurück auf dem Campingplatz war ich dann doch recht müde. Aber solange die beiden vor dem Zelt saßen oder irgendetwas wuselten war an Schlaf nicht zu denken. Es hätte ja was Spannendes passieren können, dass ich dann verpasst hätte. Nee, nee nicht mit mir, dafür bin ich zu neugierig. Erst gegen Abend, nachdem Frauchen, Herrchen und ich gefuttert hatten und sich die beiden in das Zelt setzten, fand ich es an der Zeit meine Schlafstelle aufzusuchen. Von da an weiß ich nicht mehr viel. Mitten in der Nacht zerrte mich Herrchen noch mal zum finalen Pippimachen vor die Tür. Wieder zurück von dem Nachtspaziergang, legten sich die beiden ebenfalls hin. Und Ruh´ war.

 

Am nächsten Morgen musste ich schon wieder in das Auto. Aber schon nach wenigen Minuten war die Fahrt wieder zu Ende. Klasse, das war der Parkplatz am Strand. Ich glaube ich habe richtig gequiekt vor Freude. Es konnte gar nicht schnell genug gehen. Hauptsache über die Dünen und dann ab ins Wasser. Ja, ich weiß, wenn ich etwas will, zerre ich wie ein Berserker an der Leine, beziehungsweise ich muss die beide immer hinter mir herschleifen. Die sind einfach nicht schnell genug. Aber irgendwann hatten wir es geschafft. Ich wurde von der Leine los gemacht und durfte ins Wasser. Genau wie am Vortag sind Frauchen und Herrchen über den Strand spaziert und ließen mich austoben. Ins Meer, dann wieder rennen im weichen Sand und als die beiden sich setzten konnte ich auch noch buddeln, was das Zeug hielt. Einfach super so ein Vormittag am Strand. Andere Hunde, mit dehnen ich spielen konnte waren auch da.

 

Irgendwann machten sich Frauchen und Herrchen auf den Rückweg. Während Herrchen Einkaufen fuhr, wollte Frauchen mit mir den Weg zum Campingplatz laufen. Viel Neues auf unbekannten Wegen schnüffeln, hört sich gut an. So auf halber Strecke kam uns dann ein Hund entgegen, der aussah wie ich. Und tatsächlich, es war auch ein Pon, ein Weibchen, Paula. Frauchen ist auch gleich mit ihren beiden Begleitern ins Gespräch gekommen. Wunderbar, so konnte ich mir Paula in aller Ruhe betrachten. Sie war etwas kleiner als ich und fast ganz weiß. Aber anschauen war schon das einzige, was ich durfte, beschnuppern lies sie sich nicht wirklich. Typisch Weibchen, uns Rüden immer eine lange Nase machen und vielversprechend aus dem schönen Fell schauen, aber sobald unsereins genauer nachschnüffeln will werden sie zickig. Sie kläffte sofort hysterisch los, wenn ich zu nahe kam, dabei wollte ich nur höflich sein. Frauchen erfuhr dann, dass Paula ohnehin sehr viel Lautgibt. Sie muss wohl mal einen vermeintlichen Einbrecher erfolgreich verbellt haben. Da war sie ungefähr zwei Jahre alt, und seit diesem Zeitpunkt hat sie gelernt, dass bellen hilft – gegen was auch immer. Gegen Einbrecher, gegen aufdringliche Rüden, gegen Socken in Sandalen, gegen Marienkäfer auf Grashalmen oder gegen die Überfischung der Fluss-barsche im Amazonasdelta. Ihr Frauchen und ihr Herrchen waren durch das ständige Gehknaufe auch leicht genervt. Mich nervte es auch schon. Paula hielt sich dran, selbst als ich resigniert jeden weiteren Versuch näher mit ihr in Kontakt zu kommen aufgegeben hatte. In den folgenden Tagen sollte uns Paula noch häufiger über den Weg laufen. Sie wohnte in dem Ferienpark gleich neben unserem Campingplatz.

 

Der restliche Rückweg war dann doch weiter als ich dachte. Am Strand hatte ich mich doch zu sehr verausgabt. Zum Glück kam Herrchen mit dem Auto vom Einkaufen an uns vorbei und hat uns mit genommen.

 

Zurück am Zelt wurde ich dann sofort wieder an einer langen Leine festgebunden. Das hat mich während des ganzen Urlaubs gestört, denn lang war die Leine nur in der Theorie. Innerhalb kürzester Zeit, insbesondere wenn die beiden mir noch ein Spielzeug überließen, war es mit der Bewegungsfreiheit so eine Sache. Frauchen und Herrchen faselten dann immer etwas von einem großen Hundini. Ich meine mal gehört zu haben, dass der so eine Art prähistorischer Fesselfreak aus der Steinzeit der industriellen Dosenfutterfertigung gewesen sein soll. Ganz sicher bin ich mir aber nicht. Ist mir eigentlich auch egal. Wenn der auf Leinenzwang, Maulkorb und Zwingerhaltung stand, schön – ich nicht. Was an so einer Selbstfesselung auch besonders sein soll habe ich bis heute nicht begriffen. Das war kein Kunststück.

 

Was dieser Fesselkünstler vollbrachte schaffte ich ebenfalls in wenigen Minuten. Dann hatte ich mich mit meiner langen Leine so geschickt um die Zeltstangen und –verspannungen gewickelt, wie es dieser ach so große Hundini nicht besser hin bekommen hätte. Manchmal hatte ich nur etwas mehr als einen halben Meter Bewegungsfreiraum. Ganz schlimm war das, wenn auch noch der Tisch und die Stühle zwischen den Schnüren standen. Es ließ sich ja kaum vermeiden, sich darin zu verfangen. Mag ja sein, dass dem großen Hundini dabei einer abging, mir jedenfalls nicht, ich fand das nur ätzend.

 

Filou, du plapperst wieder dummes Zeug. Der Mann hieß Houdini, nicht Hundini. Er war auch kein Fessel-, sondern Entfesselungskünstler, folglich stand er auch nicht auf Leinenzwang, Maulkorb und Zwingerhaltung. Du warst einfach nur zu ungeschickt. Abgesehen davon müssen Hunde auf Campingplätzen angeleint werden.

 

Ja, ja, ich habe es begriffen. Es war trotzdem schwierig, bei den ganzen Zeltverspannungen, Stangen, Stühlen und so weiter. Gewohnt bin ich es schließlich auch nicht, ich werde ja sonst nicht angebunden.

 

         

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