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Jolanta-Lilith z Rodu Odry †

 wichtiges 

 

 

 geboren 

 : 29.06.2008 in Dedemsvaart/Niederlande

 gestorben

 : 21.03.2009

 Größe

 : 46 cm

 Rute 

 : lang 

 Fellfarbe : schwarz/weiß
 Mantrailing : ab Oktober 2008 in der Hobbygruppe des ASB
  
  
 und unwichtiges 
  
 Sachkundenachweis : haben Frauchen und Herrchen schon lange
 angemeldet : ja
 Hundesteuer  : zahle ich auch, bzw. Frauchen
 Steuermarke  : siehe Filou
 sonstiges  : ich bin auch neugierig, gechipt, werde durchgekämmt und bin manchmal frech

 

 

 

 

      

 

 

 

 

 

 

 

Chronik eines Krankheitsverlaufs

 

Wir haben unsere kleine Maus, Jolanta-Lilith z Rodu Odry, an eine Krankheit verloren die uns, nachdem sie sichtbar wurde, überhaupt keine Chance auf eine Reaktion mehr gab.

 

Mittwoch

Abends gesellte sich Lilith wie üblich zu uns aufs Sofa und hechelte etwas. Es sah aus als wäre es ihr zu warm. Was einen auch nicht wundert wenn ein PON, gegenüber einem brennenden Ofen, auf dem Sofa liegt. Nach dem Sprung aufs Sofa ein leichtes Husten. Auch nichts wirklich dolles. Danach ergaben sich die Ereignisse für mich in folgender zeitlicher Abfolge:

 

Donnerstag

6:15 Uhr: Mit Lilith und Filou meine Runde gedreht. Beide Hunde haben mit dem Ball gespielt und ihre Geschäfte verrichtet. Eine Nachbarin mit Pflegehund getroffen und ein Schwätzchen gehalten. Alles völlig normal kehrten wir um 7:10 von unserem Gang zurück.

 

8:00 Uhr Hunde bei meinen Eltern abgegeben und zur Arbeit gefahren.

16:15 Uhr Rückkehr von der Arbeit. Beide Hunde begrüßen mich, aber Lilith verhält sich auffallend ruhig dabei. Da Clemens auch schon zurück ist entschließen wir uns zum TA zu fahren.

 

16:30 Uhr Ankunft TA. Wir müssen etwas warten da wir keinen Termin haben. Lilith hechelt die ganze Zeit.

 

17:10 Uhr wir kommen dran und Lilith soll vorher noch auf die Waage. Sie taumelt leicht beim Gang zur Waage. Der Tierarzt schaut besorgt. Der TA misst Fieber und ermittelt einen Wert um 39,9°C. Bauchabtasten und feststellen das Leber und Milz ungewöhnlich groß ist. Lilith erhält einen Cocktail aus Antibiotika, Schmerz- und Fiebermittel per Spritze. Vorher wird noch eine kleine Blutprobe für das „schnelle“ Labor in der Praxis abgenommen Anschließend wird ein Röntgenbild erstellt. Wir warten wieder auf das Ergebnis.

 

17:50 Uhr Das Röntgenbild ist „unklar“ Leber und Milz sind vergrößert. Aber ansonsten ist nichts zu erkennen. Das Blutbild ist eine Katastrophe. Leber und Entzündungswerte sind jenseits von gut und böse. Daraufhin bekommt Lilith eine Blutprobe für das Labor abgenommen. TA entscheidet sich noch für einen Ultraschall. Also müssen alle Haare vom Hundebauch und Lilith lässt die Untersuchung problemlos über sich ergehen. Die Tierärztin die den Ultraschall macht fragt uns ob sie bei den Laborwerten richtig gelesen hätte. So etwas hat sie noch nie gesehen. Es wird rund 30 Minuten mit dem Schallgerät gesucht und aufgezeichnet. Ohne nennenswertes Ergebnis.

 

18:30 Uhr Wir verlassen die Praxis. Morgen gegen 11:30 Uhr sind die Laborwerte da. Davon verspricht man sich Klarheit. Wir verbringen anschließend einen ruhigen Abend. Lilith frisst und liegt wie gewohnt im Flur. Als meine Mutter gegen 21:00 Uhr noch mal hoch kommt um sich nach der Kleinen zu erkundigen wird sie freudig von ihr begrüßt. Alle Beteiligten glauben, dass das Fieber wohl gesunken ist und das Lilith wohl genesen wird.

 

Freitag

6:15 Uhr: Ich will mit beiden Hunden zum Gassi aufbrechen. Lilith verweigert das Aufstehen. Sie hechelt. Hat sie die ganze Nacht getan. Ich entschließe mich dazu sie zu meinen Eltern ins Schlafzimmer zu legen, da ich nicht will, dass sie allein ist. Meine Runde drehe ich mit Filou allein.

 

7:00 Uhr ich bin mit Filou zurück und sammele Lilith wieder ein. Kurze Runde zum lösen in den Garten. Sie macht was sie muss und legt sich anschließend in die Wiese. An einen Rückweg in die Wohnung auf ihren eigenen vier Pfoten ist nicht zu denken, schafft sie nicht. Ich trage sie rein.

 

7:20 Uhr Lilith übergibt sich. Sie würgt und es kommt eine kleine Menge gelber Schleim. Hat sie laut Aussage von Clemens in der Nacht schon einmal gemacht. Futter ist aber drin geblieben.

 

7:30 Uhr Ich packe Lilith ins Auto, Filou zu meinen Eltern und mache mich auf zum TA. Die bereiten gerade ihre OP´s für diesen Tag vor. Ich komme aber mit Lilith direkt dran. Der Tierarzt weiß nicht woran er ist. Es passen viele Dinge nicht zusammen. Noch mal Ultraschall und Röntgen. Immer noch kein Ergebnis. Ich muss sie da lassen damit sie mit Kontrastmittel geröntgt werden kann. Alle 15 Minuten eine Aufnahme. Gegen 11:30 Uhr soll ich sie abholen. Dann erwartet man auch das Blutbild. Lilith schafft die Wege zwischen den Behandlungszimmern nicht selber. Sie will nur liegen. Ich trage sie. Beunruhigt und völlig in Sorge verlasse ich um 9:00 Uhr den TA.

 

11:30 Uhr Clemens holt Lilith beim TA ab. Die Blutwerte des Labors reichen noch nicht für eine Diagnose. Das Röntgen war unauffällig. Darm ist komplett durchlässig. Es herrscht weiter Unklarheit. Sie frisst zu Hause und liegt viel. Sie hört fast gar nicht mehr auf zu hecheln.

 

15:15 Uhr Ich mach mich mit Filou auf zu einer großen Runde Gassi und Clemens bricht zum TA auf. Lilith rennt alleine die Treppe runter wedelt fröhlich und drängelt sich mit einem „Wuff“ an der Tür vor. Aha! Ich treffe viele nette Leute halte etwas Schwätzchen und erzähle natürlich auch von Liliths komischem Krankheitsbild da mich die Leute nach dem Verbleib des 2. Hundes fragen.

 

16:45 Uhr ich kehre vom Gassi mit Filou zurück und sehe einen völlig aufgelösten Clemens. Er teilt mir unter Tränen die Diagnose mit: Leukämie in einer sehr aggressiven Form.

Das Labor muss die Werte bis morgen Früh noch einmal überprüfen. Wir sollen um 10:00 Uhr wieder beim TA sein. Die Möglichkeiten sind nicht die besten. Chemo gibt es aber auch nur so aggressiv wie der Krebs. Die Nebenwirkungen für die Kleine wären entsprechend und die Verlängerung ihres Lebens wäre danach mit im Durchschnitt 19 Tagen zu benennen.

 

1 9  T A G E ?! Lilith liegt immer noch viel. Sie schaut uns bei unserem Leben zu und hechelt vor sich hin.

 

19:00 Uhr Die Hunde bekommen Futter. Lilith frisst gegen ihre Gewohnheit sehr langsam, setzt sich mehrfach dabei und lässt noch einige Brocken im Napf. Filou will diese für dich beanspruchen. Nee, so nicht. Sie nimmt alles zusammen was sie noch kann und geht zu ihrem Napf. Unter nochmaligen 2 Sitzpausen macht sie ihn bis auf 5 Bröckchen leer. Das schafft sie. Noch mal runter zum Gassi in den Garten. Hinweg geht alleine. An einen Rückweg ist nicht zu denken. Ich trage sie unter Tränen nach oben. Als ich sie absetze legt sie sich an Ort und stelle hin. Sie ist extrem kurzatmig und hat eine sehr hohe Atemfrequenz. Wir verbringen den Abend unter Tränen. Wir können es nicht fassen. Immer wieder bettet sich Lilith um, weiß nicht wo sie sich lassen soll. Das Hecheln wird immer mehr. Sie schleppt sich nur noch.

 

Gegen 23:30 Uhr noch mal runter zum Pippi. Hin und Rückweg tragen, nur Pippi und gleich in die Wiese legen. Lilith ist völlig fertig.Wir gehen in unsere Betten und Körbchen mit dem Wissen das wir morgen eine schwere Entscheidung treffen müssen. An den Strohhalm einer Fehldiagnose klammert sich keiner so richtig. Wir haben ja auch den ganzen Abend die kleine Maus schwächer werden sehen.

 

Samstag

8:30-9:30 Uhr: Runde mit Filou und Garten für Lilith. Die kleine Maus liegt in der Sonne und döst vor sich hin. Sie bewegt sich immer weniger. Wir warten darauf um 10:00 Uhr zum TA zu können. Bei jedem Blick auf die Kleine fließen Tränen. Ich spiele mit Filou etwas Ball. Auch Lilith rafft sich auf ihm den Ball zweimal vor der Nase weg zu schnappen. Welche ein Wille. Sie sieht sogar aus als hätte sie Spaß dabei. Es kostet Sie Unmengen an Kraft. Danach ist sie noch kurzatmiger. Den Rest der Wartezeit liegt sie nur noch. Ich trage sie rein. Es ist ein schöner Tag. Der Himmel ist blau und es ist sonnig.

 

10:00 Uhr: wir fahren zum TA. Lilith kann nicht mehr. Sie liegt nur noch. Sie hebt noch nicht einmal mehr den Kopf. Der TA klärt uns auf das die Organvergrößerungen und die Blutwerte zusammen passen. Das Labor hat sich nicht geirrt und die Werte bestätigt. Er erklärt uns noch einmal die Möglichkeiten. Wir lehnen die Chemo ab.

 

19 Tage mehr Zeit mit Lilith. Aber um welchen Preis?

Ohne weitere Behandlung hat sie noch eine Lebenserwartung bis Montag, maximal Dienstag. Das Risiko von Blutungsneigungen wird steigen. Ein Hirnschlag oder ein inneres Verbluten könnten folgen. Wann weiß keiner so genau.

 

Lilith schläft mit sehr hoher Atemfrequenz auf dem Fußboden der Praxis. Ihre Vorderpfoten und ihr Brustpelz sind feucht. Sie sabbert. Speichel läuft ihr aus der Schnauze.

Wir möchten ihr das ersparen. Wir treffen die schwerste Entscheidung unseres Lebens. Gegen 12:30 Uhr soll der TA zu uns kommen. Es soll in einer gewohnten Umgebung passieren und Filou soll sich von Ihr verabschieden können.

 

10:30 wir verlassen den TA und fahren nach Hause.Lilith trage ich zuhause die Treppe hoch. Sie kommt gar nicht mehr auf die Pfoten. Sie liegt da wo ich sie hin gelegt habe.

 

11:00 Uhr Clemens geht in den Garten. Er wird das Grab für Lilith ausheben.

Ich füttere beide Hunde. Es gibt Nassfutter. Damit Sie nicht so schwer kauen muss. Lilith schafft es nicht einmal selber zum Napf. Ich füttere Lilith aus der Hand. Sie frisst den ganzen Napf leer. Filou sitzt daneben.

 

11:15 Uhr ich kehre den üblichen Sandkasten aus der Küche und von der Treppe. Irgendwie muss man sich ja ablenken. Lilith will nicht allein sein. Also rappelt sie sich auf und kommt mir die Treppe hinterher. Treppenpodest. Schluss. Keine Kraft mehr. Sie legt sich hin. Filou folgt ihr. Leise und bedächtig. Er legt sich wie ihr großer Beschützer neben Sie. Sie Quittiert es mit einem Schwanzwedeln. Filou schaut mir bei der Arbeit zu und Lilith legt den Kopf auf die Pfoten und schläft. Gegen 11:35 trag ich sie wieder nach Oben.

 

12:00 Uhr Clemens kehrt aus dem Garten zurück. Er ist total fertig. Wir sitzen da und warten. Endlose Minuten.

 

12:30 Uhr Es klingelt. Beide Hunde springen auf. Lilith will Filou sogar die Treppe runter nach. Der TA ist da. Nun ist es also soweit. Lilith ist durch das plötzliche Aufspringen völlig außer Atem. Sie hechelt jetzt noch mehr. Sie legt sich mitten in die Küche. Ihr Blick ist müde. Der TA beginnt ihr den Venenzugang zu legen. Durch die Krankheit sehr sensibilisiert jammert und quietscht Lilith sehr stark. Sie bekommt zuerst eine Entspannende Spritze. Sie wirkt sofort. Ich kann spüren wie sich die Muskulatur unter meinen Händen entspannt. Die Spritze mit dem Narkosemittel ist noch nicht ganz leer da hat Lilith bereits einen Stillstand der Atmung. Der TA kontrolliert den Herzschlag. Er hat bereits ausgesetzt. Es ist 12:45 Uhr.

 

Unsere kleine Maus ist eingeschlafen. „Flieg gut kleine Seele“ denke ich während ich ihr über das schöne Fell streichele.

 

Der TA lässt uns wieder allein. Wir nehmen alle Abschied. Auch Filou. Er beschnüffelt sie noch einmal. Clemens trägt sie runter in den Garten und wir legen Sie auf ihrem Kuschelbett und mit einem Spielzeug in ihr Grab. Lilith ist, so hoffen wir, jetzt auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke.

 

Der Tag an dem Lilith von uns ging war wie ihr Gemüht, sonnig und fröhlich.

Wir sind unendlich traurig diese kleine freche Hündin verloren zu haben. 20 Stunden hatten wir noch mit Ihr von der Diagnose bis zum Tod. Wir hätten sie noch 24 Stunden länger haben können wenn wir diese schwere Entscheidung nicht getroffen hätten. Aber um welchen Preis für Lilith?

 

Ihr Leben war einfach viel zu kurz. Wir hätten ihr noch so viel zeigen wollen. Am Ende des Monats wäre sie neun Monate alt geworden, sieben davon hat sie unser Leben bereichert und begleitet. Wir, auch Filou, vermissen sie schrecklich. Sie wir uns immer unvergessen bleiben auch wenn irgendwann wieder eine andere Hündin mit uns leben darf.

 

Soviel steht für uns fest, Lilith hat als „Zweithund“ unser Leben so bereichert, dass wir wieder einen zweiten Hund möchten. Sie war unser „Sonnenschein“ und hat den Weg für jeden folgenden Hund bei uns in so wunderbarer Weise geebnet.

 

Wir denken, dass sie bei uns ein schönes Leben hatte. Sie hatte einen Artgenossen an ihrer Seite und wurde von allen die sie kannten geliebt. Sie hatte ihr artgerechtes „Freizeitprogramm“ das ihr, egal was sie tat, sehr viel Spaß machte.

 

Sie hat sich des Lebens gefreut und uns ihre Liebe geschenkt.

Leider viel zu kurz. 

 

das letzte Foto

 

 

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